Fast jedes Mitglied der queeren Community kann von mindestens einem Moment erzählen, an dem diese Person auf Grund ihrer sexuellen Orientierung Opfer von Drohungen, Beleidigungen oder gar körperlicher Gewalt wurde.
Gefühlt gestern haben die lokalen Viernheimer Medien über einen solchen Fall berichtet und gestern, am Samstag den 25.07., erreichte uns die Nachricht über den Angriff auf Teilnehmer des Christopher Street Days in Berlin.
Nachdem vor nicht einmal vier Jahren Malte C. in Münster brutal getötet wurde, beklagen wir nun erneut ein Todesopfer und viele Verletzte.
In einigen Städten wurden CSDs auf Grund der Gefahr durch rechte Gruppen abgesagt und genauso wie diese Menschen einem vollkommen kruden Verständnis des Menschseins anhängen, so tat es auch der – vermutlich – islamistisch radikalisierte Täter in Berlin.
Mitglieder der queeren Community werden ständig gefragt, ob man den Christopher Street Day noch bräuchte. Nun liebe Freunde, die Antwort ist ja.
In einer Zeit in der rechte Kräfte weltweit erstarken und selbsternannte Gotteskrieger Menschen von Dächern stürzen, benötigen wir den CSD als Zeichen der Sichtbarkeit. Homo- und Transsexualität ist keine Wahl, es ist keine Phase und es ist Nichts, das man wechseln kann.
Und auch, dass Unternehmen sich vom Pride Month zurück ziehen, aus Angst in den USA unter Donald Trump weniger Geschäft zu machen, besorgt.
Nicht zuletzt muss sich die Politik fragen, was sie zu diesem Klima beigetragen hat oder was sie getan hat, um es zu verhindern. Wenn unser Kanzler das Verbot zum Hissen der Regenbogenfahne damit verteidigt, dass der Reichstag „kein Zirkuszelt sei“, dann muss er sich fragen, ob das wirklich Politik der Mitte ist. Zu dieser Mitte gehören nämlich heute Schwule und Lesben genauso dazu, wie Trans- oder Intersexuelle Personen.
Wir gedenken dem Opfer und den Verletzen und wünschen Ihren Familien und Freunden viel Kraft in dieser schweren Zeit.