„Gemeinsam geht’s!“ lautet der aktuelle Wahlkampf-Slogan der hessischen Grünen und damit natürlich auch bei uns im schönen Viernheim.
Am Samstag, dem 24.01.2026, besuchte eine Delegation der Viernheimer Grünen den Landesparteitag in Marburg, um sich gemeinsam mit Grünen aus den hessischen Landesverbänden abzustimmen, Ideen auszutauschen und gemeinsame Aktivitäten zu planen.
Mit Reden von grünen Mitgliedern aus Orts- und Kreisverbänden, dem hessischen Landtag, dem Bundestag und dem Europaparlament wurde vor allem eines klar: Nur gemeinsam, in Solidarität verbunden, wird es gut.
Spannend war der Blick nach Kassel, gemäß dem „Glücksatlas“ der SKL die lebenswerteste Stadt Deutschlands: Öffentliche Grünflächen, vielfältige Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene sowie Investitionen in eine gute medizinische Versorgung sorgen für eine Wohlfühlumgebung.
Unsere Parteifreundin Nadine Bernhausen, Bürgermeisterin aus Marburg, brachte die wichtigsten Fragen, denen sie als grüne Bürgermeisterin begegnet, auf den Punkt:
„Finde ich einen Job, eine bezahlbare Wohnung, wann wird die Brücke saniert, gibt es einen Pflegeplatz für meine Angehörigen?“
Diese Themen sind nicht spezifisch für eine Stadt, sondern betreffen alle Hessinnen und Hessen, ob in Kassel, Marburg oder Viernheim.
Natürlich kamen auch internationale Themen zur Sprache. So berichtete Felix Banaszak von seinem Besuch des Weltwirtschaftsforums in Davos und dem Erlebnis, den kanadischen Premierminister sprechen zu hören. Er berichtete, wie gut es sich anfühlte, einen Politiker zu erleben, welcher an „die Stärke des Rechts und nicht das Recht des Stärkeren“ glaubt und damit einen wichtigen Gegenpol zu Donald Trump bildet.
Die angespannte Stimmung, welche aktuell zwischen der amerikanischen Regierung und der Europäischen Union herrscht, fasste auch Deborah Düring nochmals zusammen, welche am Tag davor in Washington war. Als Obfrau des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages legte sie allen Teilnehmenden vor allem eines ans Herz: Die Demokratie ist das Wichtigste, was es zu schützen gibt, wir müssen sie mit allen Mitteln verteidigen, damit wir nicht auch bald in einem Staat aufwachen, in dem Menschen wahllos verhaftet werden.
Nur kurz angerissen wurde das Thema Mercosur-Abkommen, zumindest auf der offenen Bühne. Man muss festhalten, dass das Abstimmungsverhalten der deutschen Grünen zurecht für Verärgerung gesorgt hat. Nicht nur in den Medien, auch an der Basis der Partei.
Alle Fraktionen hätten gut daran getan, gemeinsame Linien zu finden, egal ob die Europäischen Grünen oder auch die Europäische Volkspartei, der die CDU und CSU angehören, und deren Mitglieder zu über 12% (Grüne 10%) für die Übergabe an den EuGH gestimmt haben.
Nach der Verabschiedung der Änderungsanträge zum Wahlprogramm und der Vorstellung der Kampagne „Schluss mit Endstation Frust“ wurden noch einige wichtige Satzungsänderungen beschlossen.
So ist es ab sofort möglich, dass eine Urabstimmung dann Gültigkeit erhält, wenn 10% der Mitglieder der Partei ihre Stimme abgeben. Damit wird das bisher gültige Quorum von 50% drastisch abgesenkt. Durch das starke Wachstum der Partei in Hessen auf mittlerweile 14.000 Mitglieder sind dies aber immer noch 1.400 Mitglieder und damit deutlich mehr als die Anzahl der Personen auf den Landesparteitagen.
Aktuell ringen die hessischen Grünen mit der Installation eines Delegiertensystems für die Landesparteitage. In allen anderen Bundesländern ist dies bereits der Fall, Hessen geht hier aktuell einen Sonderweg. Eine Arbeitsgruppe prüft seit längerem, wie eine Umstellung erfolgen kann, ohne kleine Kreisverbände bei den wichtigen Entscheidungen des Parteitages zu übergehen oder davon abzuschneiden.
An dieser Stelle sei bemerkt, dass der Kreis Bergstraße sich nicht hinter anderen Kreisverbänden verstecken muss. Mit rund 400 Mitgliedern sind wir, bezogen auf die Einwohnerzahl, ein starker Kreisverband. Durch eine Änderung der Satzung zur Verteilung der Mitgliedsbeiträge werden ländliche Kreise gestärkt werden, möglicherweise auch der Kreis Bergstraße.
Ernüchternd war der Bericht des Vorsitzenden der Grünen in Thüringen, welche nach der letzten Wahl nicht mehr im Landtag vertreten sind. Er zeigte auf, wie schwierig die Gewinnung von Mitgliedern und deren Mobilisierung im ländlichen Raum sein kann. Hier setzten die Teilnehmer des Landesparteitages eine wichtiges, solidarisches Zeichen:
Ab sofort werden wir Hessen die Thüringer Parteifreunde finanziell und durch eine verstärkte Zusammenarbeit unterstützen. Denn Solidarität gilt nicht nur in den Orts-, Kreisverbänden und dem Landesverband, sondern zwischen allen Grünen in ganz Deutschland.

Am 15.03.2026 ist Kommunalwahl in Hessen – geht wählen!